Warum klopfen Studenten am Ende eines Vortrages ...

Zuerst mag man denken, besonders als unerfahrener Neuling im komplexen System einer Uni (oder auch Universität), dass sich die Studenten beim Redner für die neuen Erkenntnisse, die ihnen in einer professionellen Form dargelegt wurden, bedanken.

In diesem Ansatz sind zwei grundlegende Fehler enthalten. Erstens werden in einem Referat nur bei besonders günstigen Umständen neue Erkenntnisse vorgestellt. Meistens werden alte Dinge von Leuten, die es verstanden haben ihre Ideen zu vermarkten, aufgegriffen, sinnlos in die Länge gezogen, völlig aus dem Zusammenhang gerissen und damit unverständlich dargestellt und schließlich als eigene Ideen sozusagen vergewaltigt.

Die zweite völlig falsche Unterstellung ist das Märchen von der professionellen Darstellung. Dieser Trugschluß kann nur daher kommen, dass die naiven Einsteiger noch keinen professionellen Vortrag gehört haben. Natürlich gilt auch hier die alte Bauernregel "Ausnahmen bestätigen die Regel", was wieder einmal beweist, das die einfachsten Menschen die besten Gedanken hervorrufen.

Bleibt also die Frage nach dem Warum des Klopfens nach Vorträgen. Manche mögen es naiv mit dem natürlichen Gruppenzwang der Menschen erklären. Wenn einer klopft, klopfen eben alle. Nur wird in diesem Ansatz das Problem des ersten Klopfers vernachlässigt, man kann sogar sagen, nicht beachtet.

Ich würde eher von einem Befreiungsklopfen sprechen. Der gemeine Student ist froh, endlich aus dem ihm aufgezwungenen einschläfernden Prozeß des Zuhörens befreit zu sein und gibt seiner Freude, man kann sie fast mit der Freude eines Kindes beim Öffnen eines Geschenkes vergleichen, lautstark Ausdruck.

Vielleicht unterstellt dieser Ansatz auch zuviel Gehirn beim Studenten und dieser klopft einfach nur um die unerwartet auftretende Stille zu übertönen.

Ich danke Ihnen. (allgemeines Klopfen)

Drucken E-Mail

Kommentar schreiben

Sicherheitscode
Aktualisieren