Atiram kam zum Schloss und war froh, dass sie einen Grund gehabt hatte, länger im Büro zu bleiben. Sie hatte es als Bezieherin einer gut dotierten Schokoladenrente prinzipiell nicht nötig, aber aus Furcht vor der Langeweile hatte sie ihren Bürojob wieder angetreten. Der Staat war froh, dass es überhaupt noch jemand machte und gab ihr alle gewünschten Freiheiten zur Organisation der Mordraten in ihrem, natürlich noch einmal vergrößerten, Verwaltungsbezirk. Inzwischen gehörten dreiundzwanzig Ballungsgebiete mit etwa sechsunddreißig Millionen potenziellen Aufträgen für Sitam und Niamor dazu.
Mehr Angst machte ihr das Treiben in ihrem neuen Hause Sie hatte Naitsabes gerne bei seinem Wunsch nach Nachwuchs unterstützt, aber die Folgen überforderten sie. Als kurz ausgebildete Verwaltungsfachangestellte mit der noch kürzeren Spezialisierung zur Kriminalistin, kam sie mit dem überbordenden Chaos ihrer Nachfolgegeneration nicht klar. Sie konnte ihren Mann nur für seine Geduld bewundern. Wahrscheinlich half ihm seine Erfahrung mit unwilligen Gästen aus der Créperie. Ein einfaches Verschwinden der Klientel war im Fall ihrer Kinder natürlich keine Option. Auch wenn sie es manchmal wünschte.
Zumindest hatte sie sich mit dem Wunsch auf kommunikativ ausgebildete Wesen durchsetzen können. So verstand sie wenigstens verbal die Wünsche der Fünf, auch wenn sich Atiram ihr Sinn nicht immer erschloss. In den wenigen Tagen ihres Zusammenseins mit der Zukunftshoffnung von Naitsabes hatte sie mehr unbeantwortete Fragen und unverstandene Wünsche gesammelt, als sie unlösbare Fälle in ihrem Dasein als Beamtin abgelegt hatte.
Sie genoss zum ersten Mal seit Jahren die Ruhe und Abgeschiedenheit ihres Büros. Solange ihr kein neuer Mitarbeiter zugewiesen wurde, der letzte war auf unbekannte Weise verschieden, schaffte sie die Ablage auch alleine. Die Ruhe belohnte sie dafür. Und sie hatte einen guten Grund, länger zu bleiben.
Sie öffnete die Tür und stolperte ins Chaos.
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